Montag, 17. Oktober 2011
Eltern
Sie erzieht uns, wir kennen sie seit wir denken können, oft sind wir genervt von ihnen, fühlen uns in unserer Selbstständigkeit bedroht und wollen die Wahrheiten, die sie uns nur zu gern um die Ohren hauen, meistens nicht hören.
Auf der einen Seite lieben wir sie, auf der anderen schicken wir sie regelmäßig zum Teufel.
Wer will schon unverblümt hören was für schlechte Seiten er hat? Wie bedenklich die Menschen sind, mit denen wir uns sonst noch umgeben? Wie wir uns selber schaden?
Ich kenne keinen Menschen der das hören will, aber auch nur wenige die sich so etwas, wenn, von einer Person sagen lassen die nicht zur Familie gehört.
Wenn ich von mir ausgehen soll, kann ich sagen das mir die eine Seite meiner Familie mehr als unangenehm ist und ich mich des Öfteren Frage was ich mir ihr gemein habe. Dann sehe ich aber wieder verblüffende Ähnlichkeiten, auch negative, die mich erschrecken und zeigen: Wow, die sind doch mit dir verwand!
Fangen wir mit der Person an, die wir oft am meisten lieben, manchmal auch am meisten verabscheuen. Unsere Mutter.
Egal wie sehr manche dies verleugnen wollen, jeder hat eine, irgendwo.
Sie versorgt uns, auch wenn es dabei an ihre Grenzen geht, mit Nahrung, Kleidung, Wissen und aller Moral die ihr wichtig ist. Mütter glauben im Allgemeinen nicht an ausweglose Situationen, wie Kapitän Kirk steuern sie ihr Schiff, das ihre Familie darstellt, durch den Alltag.
Sie achtet immer mehr auf ihre Crew, als auf sich selbst, sie denken an das größere Wohl. Und so selten bemerkt man was sie für ihre Kinder aufgibt, wie sehr sie sich zurücknimmt.
Doch manchmal sind auch Mütter schwach. Diese Momente erschrecken uns, aber auch sie selber enorm. Das sollte keiner von uns je vergessen. Und wir dürfen sie nie unterschätzen. Ein kurzer Moment reicht, in dem wir uns in Erinnerung rufen was sie schon alles erlebt und durchgestanden hat. Und allein für die Tatsache, dass sie uns zur Welt gebracht hat, müssen wir sie ihr Leben lang, und darüber hinaus, respektieren.
Das Gegenstück zur Mutter, der Vater. Der, von vielen auch nur Erzeuger genannte, sollte, so erzählen es uns die Geschichten, der Held unserer Kindheit sein, der Mann, der uns immer am liebsten sein wird und der einzige dieses Geschlechts dem wir immer mit bedingungsloser Liebe begegnen.
Doch oft, viel häufiger als bei den Müttern, sieht die Realität leider ganz anders aus. Entweder ist er ein Alkoholiker, ein Schläger, ein fauler Nichtsnutz, der unsere Mutter betrügt, oder er hat uns schon früh verlassen.
Dabei ist es doch, auch für Mädchen so unglaublich wichtig einen Vater zu haben! Er erlaubt unserer Mutter weicher zu sein, er zeigt uns wie ein Mann seien sollte und sagt uns das irgendwann einer kommen wird der uns genauso liebt wie er es tut. Und sollten wir uns, blind wie wir sind, für einen Entscheiden der das nicht tut, wird er schon auf sein Mädchen aufzupassen wissen.
Für einen Jungen ist es, wenn auch auf andere Weise, genauso wichtig einen anderen, erwachsenen, Mann im Haushalt zu haben. Er erklärt ihm wie die Mädchen ticken, bringt ihm bei sich zu wehren und spielt Fußball mit ihm. Er versteht, oft viel besser als die Mutter, was ihn bedrückt und weiß Rat.
Aber sind deshalb alle Kinder die ohne einen Vater oder eine Mutter aufgewachsen sind beeinträchtigt und hatten zwangsläufig eine weniger schöne Kindheit?
Ich kann nicht für alle sprechen, aber in meinem Fall trifft das zu. Ich hätte dringend einen Vater gebraucht, einem der meiner Mutter Verantwortung abnimmt und ihr hilft den Alltag mit drei Kindern zu managen. Den das sind Eltern, ob sie nun allein oder im Team auftreten, auf jeden Fall:
Manager.

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Freitag, 30. September 2011
Ich denke an dich
Ich möchte heute einen Beitrag für einen Jungen schreiben, den ich vor ein paar Monaten in der Dinslakener Innenstadt getroffen habe.
Er war (ist?) obdachlos, krank und hungrig.
Ich ging durch die Stadt, kaufte fröhlich ein und sah diesen Jungen an einer Laterne vor einem Geschäft sitzen. Ich weiß, so etwas ist leider nicht selten, aber er sah so... unendlich traurig aus. Gebrochen.
Ich konnte nicht einfach ohne irgendwas weiter gehen und wieder ans Geld ausgeben denken. Also bin ich, der Meinung ihm ein paar Münzen zu geben sei nicht das Richtige, zur nächsten Bäckerei gegangen und habe ihm zwei Brötchen gekauft.
Den Blick, den er mir schenkte als ich ihm die Tüte gab, werde ich nie vergessen. Ich redete noch etwas mit ihm und wir trafen uns am nächsten oder übernächsten Tag noch einmal, das weiß ich nicht mehr genau. Als ich mich nach diesem treffen von ihm verabschiedete... Ich konnte ihn ja nicht mit nach Hause nehmen, bekochen und wieder gesund und glücklich machen, auch wenn ich mir das gewünscht habe. Ich bin, und war auch zu diesem Zeitpunkt, 16.


Jedenfalls habe ich ihn danach nie wieder gesehen, da ich kurz darauf umzog.
Und ich weiß, dass er das vermutlich nie lesen wird, aber ich möchte sagen dass ich an ihn denke, mir Sorgen und viele Gedanken mache und hoffe dass er es geschafft hat, dass ihm jemand ein Zuhause gegeben hat. Und wenn nicht, soll er stark sein. Ich weiß dass er das kann.

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